Ein 8-geschossiges Wohngebäude am südlichen Hang in Furth, nahe der Pfarrkirche: Der Bagger steht bereit, doch der Höhenversprung von knapp vier Metern zum Nachbargrundstück fordert eine technisch saubere Lösung. Genau hier setzt unsere Arbeit an. Die Stützwandbemessung in Furth erfordert ein tiefes Verständnis des Baugrunds, denn die tertiären Sedimente und quartären Deckschichten rund um Furth verhalten sich oft anders, als der erste Blick vermuten lässt. Bevor ein einziger Kubikmeter Beton fließt, ermitteln wir die charakteristischen Bodenkennwerte, führen Standsicherheitsnachweise für die äußere und innere Tragfähigkeit und legen die Bewehrung so aus, dass die Konstruktion auch Frost-Tau-Wechseln und wechselnden Wasserständen standhält.
Die Standsicherheit einer Winkelstützwand in Furth hängt zu 70 Prozent von der korrekten Einschätzung des Scherverhaltens der anstehenden tertiären Tone ab.
Vorgehen und Leistungsumfang
Die Bodenverhältnisse in Furth sind geprägt von stark wechselnden Schichtfolgen aus verwittertem Keupergestein und darüber lagernden, teils bindigen Deckschichten. Diese Heterogenität stellt besondere Anforderungen an die Stützwandbemessung: Während im nördlichen Stadtgebiet oft steifplastische Tone anstehen, finden sich in Richtung des Isartals vermehrt rollige, durchlässige Böden. Unser Ansatz kombiniert die Aufnahme der Baugrubengeometrie mit der gezielten Erkundung mittels
Schürfgruben, um die tatsächliche Schichtenfolge zu dokumentieren. Aus den Bodenproben leiten wir im Labor den wirksamen Reibungswinkel, die Kohäsion und die Wichte ab – Eingangswerte, die direkt in die analytischen und numerischen Berechnungen einfließen. Für komplexere Geometrien oder wenn die zulässigen Verformungen eng begrenzt sind, ergänzen wir die Untersuchungen durch einen
CPT-Versuch, der eine nahezu kontinuierliche Aufzeichnung des Spitzendrucks und der Mantelreibung liefert und so die Grenzen zwischen den Schichten präzise auflöst.
Örtliche Baugrundfaktoren
Die quartären Kiese im Isartal bei Furth führen zu mittleren bis hohen Durchlässigkeiten – ein Umstand, der bei Stützwänden oft unterschätzt wird. Ohne eine fachgerecht dimensionierte Dränage hinter dem Winkel entsteht ein Porenwasserüberdruck, der den aktiven Erddruck um ein Vielfaches übersteigt und eine planmäßig bemessene Wand binnen weniger Jahre zum Versagen bringen kann. Ein zweiter kritischer Punkt ist der Ansatz der Wandreibung: Bei bindigen Böden, die in Furth weit verbreitet sind, darf der Wandreibungswinkel nur zu zwei Dritteln des Reibungswinkels angesetzt werden – ein Fehler, den wir in der Praxis häufig in Bestandsstatiken sehen. Unser Team legt deshalb besonderen Wert auf die realitätsnahe Modellierung der Interaktion zwischen Boden und Bauwerk, um dauerhafte Standsicherheit zu garantieren.
Normativer Rahmen
DIN EN 1997-1:2014-03 (Eurocode 7, Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik), DIN 1054:2021-04 (Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau), DIN 4085:2017-08 (Baugrund – Berechnung des Erddrucks), DIN 4017:2006-03 (Baugrund – Berechnung des Grundbruchwiderstands), DIN EN 1992-1-1:2011-01 (Eurocode 2, Bemessung und Konstruktion von Stahlbetonbauten)
Häufige Fragen
Welche Bodenkennwerte benötigen Sie für die Stützwandbemessung in Furth?
Für eine normkonforme Bemessung benötigen wir die Wichte des Bodens unter Auftrieb und über Wasser, den effektiven Reibungswinkel, die Kohäsion und den Steifemodul. Diese Werte ermitteln wir im Labor an Proben aus den anstehenden Schichten – in Furth häufig tertiäre Tone und quartäre Kiese. Zudem ist die Angabe des Grundwasserstandes essenziell, da er den Erddruck und die Auftriebssituation direkt beeinflusst.
Mit welchen Kosten muss ich für eine statische Berechnung einer Stützwand rechnen?
Die Kosten für die statische Berechnung und Bemessung einer Stützwand in Furth liegen je nach Komplexität und Höhe des Bauwerks zwischen €890 und €3.540. Der Preis umfasst die Aufbereitung der Baugrunddaten, die Erstellung der Standsicherheitsnachweise und die Bewehrungsplanung. Genaue Kosten können wir nach Durchsicht der Planunterlagen und der Baugrundverhältnisse angeben.
Welche Normen wenden Sie bei der Bemessung an?
Unsere statischen Berechnungen basieren auf dem in Deutschland bauaufsichtlich eingeführten Eurocode 7 (DIN EN 1997-1) in Verbindung mit der DIN 1054:2021. Für die Erddruckermittlung ziehen wir die DIN 4085 heran, für den Grundbruchnachweis die DIN 4017 und für die Stahlbetonbemessung den Eurocode 2 (DIN EN 1992-1-1). Alle Nachweise werden nach dem in Deutschland geforderten Nachweisverfahren 2 geführt.
Was ist der Unterschied zwischen einer Winkelstützwand und einer Schwergewichtswand?
Eine Winkelstützwand nutzt das Eigengewicht des hinter dem senkrechten Schenkel liegenden Bodenkeils zur Stabilisierung, was Material spart und bei beengten Platzverhältnissen in Furth oft vorteilhaft ist. Eine Schwergewichtswand hingegen leitet die Kräfte allein über ihr hohes Eigengewicht ab und kommt meist bei geringeren Höhen zum Einsatz. Die Wahl hängt von der Wandhöhe, dem anstehenden Boden und dem verfügbaren Bauraum ab.