Furth liegt in der Münchner Schotterebene, deren Untergrund viele hier für homogen halten – ein Irrtum, den die Niederterrassenschotter mit ihren eingelagerten Feinsedimentlinsen schnell widerlegen. Der historische Ortskern um die Pfarrkirche St. Laurentius entwickelte sich auf eben jenen quartären Kiesen, doch schon wenige hundert Meter in Richtung Isar-Hangleite tauchen Lösslehmdecken und Auenlehme auf, die bei Baugrunduntersuchungen in Furth eine präzise Korngrößenanalyse unverzichtbar machen. Unser Labor in der Region führt die kombinierte Sieb- und Aräometermethode nach DIN EN ISO 17892-4 durch, ergänzt durch die Nasssiebung bei bindigen Proben, um den Feinkornanteil exakt zu quantifizieren. Gerade für Versickerungsanlagen oder Frostschutzschichten ist die Kornverteilungskurve das zentrale Dokument, das über Genehmigungsfähigkeit und Bemessung entscheidet. Wir begleiten oft Projekte, bei denen zuerst eine Schürfgrube angelegt wird, um ungestörte Proben aus den Auelehmen zu gewinnen, bevor die Sedimentation im Aräometerzylinder startet.
Die Kornkurve entscheidet über Frostsicherheit, Verdichtbarkeit und Durchlässigkeit – drei Parameter, die bei den quartären Wechsellagerungen in Furth auf wenigen Metern Tiefe stark variieren.
Örtliche Baugrundfaktoren
Ein Fehler, der uns in Furth immer wieder begegnet: Baufirmen verlassen sich auf eine reine Trockensiebung, obwohl der Aushub bereits mit bloßem Auge schluffige Lagen zeigt. Die Folge ist eine geschönte Kornkurve, die den Feinkornanteil unter 0,063 mm systematisch unterschätzt, weil Schluff und Ton an den gröberen Körnern haften und ohne Nasssiebung nicht erfasst werden. Bei einem Bauvorhaben in Furth führte genau das zu einer falschen Frostschutzbemessung, die erst im zweiten Winter nach Fertigstellung Schäden am Randstreifen verursachte. Ein weiterer kritischer Punkt ist die unzureichende Dispergierung der Tonpartikel im Aräometerversuch: Wird das Natriumhexametaphosphat falsch dosiert oder die Probe nicht lange genug geschüttelt, flocken die Tonminerale aus und sedimentieren zu schnell – der Tonanteil wird massiv unterschätzt, die Bodengruppe nach DIN 18196 rutscht in eine unkritischere Klasse, und die Standsicherheitsberechnung stimmt nicht mehr.
Normativer Rahmen
DIN EN ISO 17892-4:2017 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben – Teil 4: Bestimmung der Korngrößenverteilung, DIN 18196 – Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, DIN 18123 – Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Bestimmung der Korngrößenverteilung durch Siebung und Sedimentation, DIN EN ISO 14688-1 – Benennung, Beschreibung und Klassifizierung von Boden, ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau (Frostempfindlichkeitsklassen)
Häufige Fragen
Was kostet eine Korngrößenanalyse mit Siebung und Aräometer in Furth?
Die kombinierte Analyse liegt in unserem Labor für Proben aus Furth zwischen 100 und 190 Euro, abhängig davon, ob eine reine Sieblinie ausreicht oder das vollständige Aräometerverfahren inklusive Nasssiebung erforderlich ist. Der Endpreis richtet sich nach dem Feinanteil und der Anzahl der Sedimentationsmessungen.
Wann brauche ich zusätzlich zur Siebung eine Aräometeranalyse?
Sobald der Siebrückstand auf dem 0,063-mm-Sieb mehr als 10 % der Gesamtmasse beträgt, ist die Aräometeranalyse nach DIN 18123 zwingend, um die Kornverteilung des Feinkornanteils zu bestimmen. Ohne diesen Schritt bleibt die Bodengruppe nach DIN 18196 unvollständig und die Frostklasse kann nicht zuverlässig ermittelt werden.
Wie läuft die Probenahme für eine Korngrößenanalyse ab?
Wir entnehmen die Probe entweder aus einer Schürfgrube oder aus dem Aushub in gestörten Probenbeuteln mit mindestens 5 kg Material bei Größtkorn 63 mm. Die Probe muss als repräsentative Mischprobe über die gesamte Schichtdicke gewonnen werden, bei Wechsellagerungen in Furth empfehlen wir separate Proben je Horizont.
Wie lange dauert die Korngrößenanalyse im Labor?
Eine reine Sieblinie liegt nach 2 Werktagen vor. Die kombinierte Analyse mit Aräometer benötigt wegen der Sedimentationszeiten von mindestens 24 Stunden und der anschließenden Ofentrocknung 3 bis 5 Werktage.