Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.
MEHR ERFAHREN →Die Straßenbaugeotechnik bildet das fundamentale Rückgrat jeder Verkehrsinfrastruktur in Fürth und dem gesamten Ballungsraum Nürnberg-Fürth-Erlangen. Sie umfasst sämtliche bodenmechanischen und erdbautechnischen Fragestellungen, die bei Planung, Bau und Erhaltung von Straßen, Wegen und Plätzen auftreten. Im Fokus stehen dabei die Wechselwirkungen zwischen dem anstehenden Baugrund, den einzubauenden Erdmaterialien und der späteren Verkehrsbelastung. Eine fundierte geotechnische Bearbeitung gewährleistet nicht nur die Standsicherheit und Dauerhaftigkeit der Fahrbahnen, sondern schützt auch vor unerwarteten Setzungen, Frostschäden oder Tragfähigkeitsverlusten. In einer dynamisch wachsenden Stadt wie Fürth, die kontinuierlich neue Wohn- und Gewerbegebiete erschließt, ist die fachgerechte Beurteilung des Untergrunds unverzichtbar für jede nachhaltige Straßenbaumaßnahme.
Die lokalen geologischen Bedingungen in Fürth stellen eine besondere Herausforderung dar. Die Stadt liegt im Bereich der fränkischen Keuperstufen, wo Schichten des Sandsteinkeupers, des Blasensandsteins und quartäre Talsedimente der Pegnitz und Rednitz anstehen. Diese heterogenen Bodenverhältnisse mit teils bindigen, teils rolligen Böden wechselnder Dichte und Konsistenz erfordern eine detaillierte Erkundung. Besonders die Talfüllungen mit ihren organischen Beimengungen und Auelehmen können setzungsempfindlich sein, während die Sandsteinkeuper-Verwitterungsböden zu Tragfähigkeitsschwankungen neigen. Ohne eine standortspezifische geotechnische Analyse, wie sie etwa eine CBR-Studie für Straßenentwurf liefert, lassen sich weder die erforderlichen Bodenaustauschmaßnahmen noch die Dimensionierung des Oberbaus zuverlässig festlegen.

Die Planung und Ausführung in der Straßenbaugeotechnik unterliegt in Deutschland einem strengen technischen Regelwerk. Zentral sind hier die ZTV E-StB (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau) sowie die RStO (Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen), herausgegeben von der FGSV. Ergänzend gelten die DIN-Normen, insbesondere die DIN 18196 für die Bodenklassifikation und die DIN 4019 für Setzungsberechnungen. Für die Beurteilung der Verdichtbarkeit und Tragfähigkeit ist der Plattendruckversuch nach DIN 18134 maßgebend. Diese Normen definieren klare Anforderungen an Verdichtungsgrade, Verformungsmoduln und Frostsicherheit. Bei der Bauausführung in Fürth sind zudem die Vorgaben der örtlichen Tiefbaubehörden zu beachten, die häufig ergänzende Nachweise zur Versickerungsfähigkeit oder zum Schutz des Grundwassers fordern.
Das Anwendungsspektrum der Straßenbaugeotechnik in Fürth ist breit gefächert und reicht vom kommunalen Wirtschaftswegeausbau über die Erschließung neuer Baugebiete bis hin zur Ertüchtigung bestehender Hauptverkehrsachsen. Bei der Bemessung flexibler Fahrbahnen steht die Optimierung des Asphaltoberbaus auf einem tragfähigen Unterbau im Vordergrund, während die Bemessung starrer Fahrbahnen spezielle Anforderungen an die Bettung und die Fugengestaltung von Betondecken stellt. Hinzu kommen geotechnische Sonderaufgaben wie die Baugrundverbesserung durch Tiefenverdichtung, die Stabilisierung von Böschungen entlang der Rednitztalhänge oder die fachtechnische Begleitung von Kanal- und Leitungsbaumaßnahmen im Straßenraum. Jedes Projekt, ob es sich um die Sanierung der Gustav-Adolf-Straße oder die Neuerschließung im Gewerbegebiet Fürth-Süd handelt, erfordert eine individuell abgestimmte geotechnische Lösung.
Vor Baubeginn sind Baugrunderkundungen nach DIN 4020 obligatorisch, die mindestens Rammkernsondierungen, schwere Rammsondierungen und Laborversuche zur Bodenklassifikation nach DIN 18196 umfassen. Ergänzend werden Plattendruckversuche zur Ermittlung des Verformungsmoduls sowie bei bindigen Böden Frostempfindlichkeitsprüfungen benötigt. Der Umfang richtet sich nach den Vorgaben der ZTV E-StB und den örtlichen Gegebenheiten.
Der California Bearing Ratio (CBR) dient als empirischer Kennwert zur Beurteilung der Tragfähigkeit von Untergrund und Unterbau. In Fürth wird er besonders bei der Dimensionierung flexibler Fahrbahnen nach dem AASHTO-Verfahren oder bei Projekten auf heterogenen Keuperböden herangezogen. Er fließt in die Bestimmung der erforderlichen Oberbaudicke ein und ergänzt die Verformungsmoduln aus dem Plattendruckversuch.
Maßgebend sind die ZTV E-StB, die einen Verdichtungsgrad von mindestens 100 Prozent der einfachen Proctordichte für das Planum fordern. Für den Oberbau gelten die RStO mit definierten Verformungsmoduln (Ev2-Werte). Die Kontrolle erfolgt über Plattendruckversuche nach DIN 18134. Bei Frostschutzschichten sind zudem die Anforderungen an die Kornabstufung und den Ungleichförmigkeitsgrad nach den TL SoB-StB einzuhalten.
Starre Fahrbahnen aus Beton verteilen Lasten flächig über die Plattenwirkung und erfordern eine besonders gleichmäßige Bettung mit hohem Verformungsmodul, um Hohllagen zu vermeiden. Flexible Asphaltbefestigungen bauen Spannungen schichtweise ab und sind toleranter gegenüber geringfügigen Untergrundverformungen. Die geotechnische Herausforderung liegt bei starren Systemen in der Sicherstellung einer dauerhaft homogenen Auflagerung, oft durch zusätzliche hydraulisch gebundene Tragschichten.