In Furth sehen wir immer wieder, dass Bauherren überrascht sind, wie ungleichmäßig der tertiäre Untergrund unter der Stadt verteilt ist. Was oberflächlich homogen wirkt, weist oft verborgene Rinnenfüllungen oder flach ausstreichende Sandsteine auf. Genau hier setzt die seismische Tomographie an. Ein Hammerschlag oder ein geringer Sprengimpuls sendet elastische Wellen durch den Boden. An einer 48- oder 72-kanaligen Auslage mit Geophonen zeichnen wir die Laufzeiten auf. Die Auswertung liefert ein 2D-Geschwindigkeitsmodell, das Rückschlüsse auf Schichtmächtigkeiten und Materialsteifigkeiten zulässt. In Kombination mit einer Sondierungsbohrung kalibrieren wir die seismischen Profile punktgenau. So entsteht ein belastbares Untergrundmodell, das Planern in Furth die Sicherheit gibt, Gründungen und Aushübe korrekt zu dimensionieren.
Ein seismisches Tomogramm zeigt nicht nur wo der Fels beginnt, sondern auch wie steif die darüber liegenden Schichten wirklich sind.
Örtliche Baugrundfaktoren
Ein typischer Fehler in Furth ist, dass Bohrprofile unkritisch zwischen den Aufschlusspunkten interpoliert werden. Gerade entlang der Isar-Hanglehnen kann der Felshorizont auf wenigen Metern um mehrere Meter springen. Wer hier nur alle 30 Meter bohrt und linear verbindet, riskiert Fehlinterpretationen bei der Aushubklassifizierung. Die seismische Tomographie schließt diese Lücke: Sie tastet den Untergrund quasi-kontinuierlich ab. Wir sehen in unseren Messungen oft, dass eine vermeintlich gleichmäßige Kiesschicht in Furth intern stark variiert — mal locker, mal dicht gelagert, mal mit Schlufflinsen durchsetzt. Solche Inhomogenitäten erkennt nur ein flächiges Verfahren. Wird darauf verzichtet, kann es teuer werden: falsche Bettungsmodule in der Statik, Überraschungen beim Verbau, Nachträge beim Aushub. Die Kosten einer seismischen Messung sind im Vergleich zu solchen Risiken gering.
Häufige Fragen
Welche Tiefe erreicht die seismische Tomographie in Furth?
Mit der Refraktionsmethode und einem 60-kg-Fallhammer erreichen wir auf den Kiesen und Sanden in Furth typischerweise 20 bis 30 Meter Tiefe. Für größere Tiefen setzen wir die Reflexionsmessung mit einer Sprengkapsel im Bohrloch ein. Damit lassen sich Strukturen bis über 50 Meter abbilden.
Wie lange dauert eine seismische Messkampagne vor Ort?
Für ein Refraktionsprofil mit 72 Geophonen benötigen wir etwa einen halben Tag Feldarbeit. Die Auslage der Sensoren und das Einmessen nehmen zwei Stunden in Anspruch, die Schussregistrierung selbst eine weitere Stunde. Bei kombinierten Refraktions- und Reflexionsmessungen sollte ein voller Tag eingeplant werden.
Kann man mit der Seismik auch die Tragfähigkeit bestimmen?
Indirekt ja. Das tomographische Geschwindigkeitsmodell liefert die Kompressionswellengeschwindigkeit Vp. Über empirische Korrelationen lassen sich daraus dynamische Steifemoduln ableiten. Für statische Nachweise empfehlen wir, die seismischen Werte an einer Bohrung mit SPT oder Drucksondierung zu kalibrieren.
Was kostet eine seismische Tomographie in Furth?
Die Kosten für eine kombinierte Refraktions- und Reflexionsmessung liegen je nach Profillänge und Quelltyp zwischen 2.730 und 5.390 Euro. Der Preis umfasst die Feldarbeit, die tomographische Auswertung und einen technischen Bericht mit allen Seismogrammen und Geschwindigkeitsmodellen.
Stören die Hammerschläge die Nachbarschaft?
Die Erschütterungen durch den Fallhammer sind kurz und lokal sehr begrenzt. Wir messen die Schwinggeschwindigkeiten nach DIN 4150-3 und halten die Anhaltswerte für Wohngebäude sicher ein. Vor Messbeginn informieren wir die direkten Anwohner. Bei sensiblen Strukturen reduzieren wir die Schlagenergie und erhöhen die Stapelrate.