Furth liegt auf etwa 480 Metern Höhe im welligen Isar-Hügelland, wo der Untergrund oft aus einer Wechsellagerung von Lösslehm und tertiären Sedimenten besteht. Was in der Ebene simpel aussieht, wird hier schnell anspruchsvoll: Schon 50 Meter weiter kann die Tragfähigkeit des Baugrunds völlig anders sein. Für die Plattengründungsbemessung heisst das, wir müssen das Steifemodul und die Konsistenz sehr genau räumlich auflösen. In unserer Erfahrung scheitern pauschale Tabellenwerte genau an dieser kleinräumigen Variabilität. Deshalb kombinieren wir die Sondierung oft mit Laborversuchen zur Bestimmung der Korngrössenanalyse, um den Feinkornanteil und die Plastizität des bindigen Lösslehms zuverlässig zu erfassen, bevor wir das Bettungsmodul für die Bodenplatte festlegen.
Ein Bettungsmodul aus der Tabelle reicht in Furth selten aus — die Lösslehmdecken variieren so stark, dass wir jeden Bauplatz einzeln modellieren.
Örtliche Baugrundfaktoren
Vergleicht man die Tallagen entlang der Pfettrach mit den Bauplätzen auf den Tertiärhügeln oberhalb von Arth, hat man es mit zwei grundverschiedenen Risikoprofilen zu tun. Im Tal steht das Grundwasser oft nur zwei Meter unter Gelände an, und der Lösslehm reagiert empfindlich auf Wasserzutritt: Er verliert an Konsistenz und kann in einen breiigen Zustand übergehen. Auf der Höhe dagegen ist der Ton zwar steif, aber zur Austrocknung und Schrumpfung geneigt. Eine unzureichende Plattengründungsbemessung würde hier über Jahre hinweg Risse im Bauwerk provozieren, weil sich die Ränder der Platte anders setzen als die Mitte. Wir begegnen dem, indem wir den Wassergehalt im Jahresgang betrachten und für beide Szenarien — drainiert und undrainiert — die Setzungsmulde berechnen. So stellen wir sicher, dass die zulässige Verkantung nach DIN 4019 nicht überschritten wird.
Häufige Fragen
Was kostet eine Plattengründungsbemessung für ein Einfamilienhaus in Furth?
Für ein typisches Einfamilienhaus in Furth bewegt sich der Aufwand für die Baugrunderkundung und die darauf aufbauende Bemessung der Bodenplatte zwischen €1.050 und €3.920. Der genaue Betrag hängt von der geforderten Erkundungstiefe, der Anzahl der Aufschlusspunkte und dem Umfang der Labortests ab, die wegen der wechselhaften Lösslehmböden nötig sind.
Muss man den anstehenden Lösslehm in Furth für die Bodenplatte austauschen?
Nicht pauschal. Ein steifer Lösslehm mit einer Konsistenzzahl über 0.75 kann oft direkt überbaut werden, wenn die Platte bewehrt ist und der Feuchtehaushalt konstant bleibt. Einen Bodenaustausch planen wir meist nur dort, wo Auffüllungen oder aufgeweichter Lehm in den oberen 80 Zentimetern anstehen.
Welche Normen gelten für die Bemessung der Bodenplatte?
Die Bemessung folgt dem Eurocode 7 (EN 1997-1) mit dem deutschen nationalen Anhang. Für die Setzungsberechnung ziehen wir die DIN 4019 heran, und die Sicherheitsnachweise des Baugrunds werden nach DIN 1054 geführt. Unser geotechnisches Labor ist zudem nach ISO 17025 akkreditiert.
Wie wird der Bettungsmodul für die Bodenplatte ermittelt?
Wir leiten den Bettungsmodul aus dem Steifemodul ab, das wir über Drucksondierungen (CPT) und Laborversuche an ungestörten Proben bestimmen. Für weichen Lösslehm rechnen wir das Modul dann auf die Plattengeometrie um, sodass der Tragwerksplaner wirklichkeitsnahe Schnittgrössen für die Bewehrung erhält.