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Plattengründungsbemessung in Furth: Tragfähigkeit auf Lösslehm und Tertiärhügeln

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Furth liegt auf etwa 480 Metern Höhe im welligen Isar-Hügelland, wo der Untergrund oft aus einer Wechsellagerung von Lösslehm und tertiären Sedimenten besteht. Was in der Ebene simpel aussieht, wird hier schnell anspruchsvoll: Schon 50 Meter weiter kann die Tragfähigkeit des Baugrunds völlig anders sein. Für die Plattengründungsbemessung heisst das, wir müssen das Steifemodul und die Konsistenz sehr genau räumlich auflösen. In unserer Erfahrung scheitern pauschale Tabellenwerte genau an dieser kleinräumigen Variabilität. Deshalb kombinieren wir die Sondierung oft mit Laborversuchen zur Bestimmung der Korngrössenanalyse, um den Feinkornanteil und die Plastizität des bindigen Lösslehms zuverlässig zu erfassen, bevor wir das Bettungsmodul für die Bodenplatte festlegen.

Ein Bettungsmodul aus der Tabelle reicht in Furth selten aus — die Lösslehmdecken variieren so stark, dass wir jeden Bauplatz einzeln modellieren.

Vorgehen und Leistungsumfang

Das Baugebiet um den ehemaligen Klosterbezirk herum zeigt, wie historische Aufschüttungen den Baugrund verändert haben. Gerade in den Hanglagen Richtung Pfettrach wird der anstehende, teils steife Lösslehm von künstlichen Auffüllungen überlagert, die ohne eine solide Plattengründungsbemessung zu ungleichen Setzungen führen. Wir arbeiten hier mit einem detaillierten Schichtenprofil und bestimmen die undrainierte Scherfestigkeit des anstehenden Tons. Oft ergänzen wir das Programm durch einen CPT-Versuch, der uns ein nahezu kontinuierliches Bild des Spitzendrucks und der lokalen Reibung liefert. Das ist besonders wertvoll, um weiche Zwischenlagen aufzuspüren, die ein klassisches Rammkernsondieren leicht übersieht. Die so ermittelten Parameter fliessen direkt in die Finite-Elemente-Modellierung der Bodenplatte ein, damit die Bewehrungsführung nicht auf Annahmen, sondern auf gemessenen Steifigkeiten basiert.
Plattengründungsbemessung in Furth: Tragfähigkeit auf Lösslehm und Tertiärhügeln
Technisches Referenzbild — Furth

Örtliche Baugrundfaktoren

Vergleicht man die Tallagen entlang der Pfettrach mit den Bauplätzen auf den Tertiärhügeln oberhalb von Arth, hat man es mit zwei grundverschiedenen Risikoprofilen zu tun. Im Tal steht das Grundwasser oft nur zwei Meter unter Gelände an, und der Lösslehm reagiert empfindlich auf Wasserzutritt: Er verliert an Konsistenz und kann in einen breiigen Zustand übergehen. Auf der Höhe dagegen ist der Ton zwar steif, aber zur Austrocknung und Schrumpfung geneigt. Eine unzureichende Plattengründungsbemessung würde hier über Jahre hinweg Risse im Bauwerk provozieren, weil sich die Ränder der Platte anders setzen als die Mitte. Wir begegnen dem, indem wir den Wassergehalt im Jahresgang betrachten und für beide Szenarien — drainiert und undrainiert — die Setzungsmulde berechnen. So stellen wir sicher, dass die zulässige Verkantung nach DIN 4019 nicht überschritten wird.

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Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
Typische Tiefe der Sondierung4.0 m bis 8.0 m unter OK Gelände
Bemessungswert Sohlwiderstand (Lösslehm, steif)220 bis 320 kN/m² (nach EC 7)
Steifemodul Es (Erstbelastung)15 bis 35 MN/m²
Konsistenzzahl Ic des Lösslehms0.75 bis 1.10
Durchlässigkeitsbeiwert kf1×10⁻⁷ bis 1×10⁻⁹ m/s
Bemessungswert Sohlwiderstand (Tertiär, Ton)280 bis 400 kN/m²
Grundwasserflurabstand (minimal)typisch 2.5 m bis 5.0 m, saisonal abweichend

Zugehörige Fachleistungen

01

Baugrunderkundung und Schichtenprofil

Kernbohrungen und schwere Rammsondierungen (DPH) zur Erstellung eines belastbaren Baugrundmodells nach DIN 4022, inklusive fotodokumentierter Bodenansprache und Laborversuchen.

02

Bettungsmodul- und Setzungsberechnung

Ermittlung des Bettungsmoduls (ks) nach dem Steifezifferverfahren sowie numerische Setzungsberechnung mit der Finite-Elemente-Methode für unregelmässige Plattengeometrien.

03

Qualitätssicherung im Erdplanum

Lastplattendruckversuche (statisch und dynamisch) auf dem Erdplanum und unter der Sauberkeitsschicht zur Überprüfung des geforderten Verformungsmoduls Ev2/Ev1.

Normativer Rahmen

Eurocode 7: EN 1997-1:2004 + DIN EN 1997-1/NA:2010-12, DIN 4019:2015-05 (Setzungsberechnungen), DIN 1054:2010-12 (Baugrund – Sicherheitsnachweise), ISO 17025 (Akkreditierung des Prüflabors)

Häufige Fragen

Was kostet eine Plattengründungsbemessung für ein Einfamilienhaus in Furth?

Für ein typisches Einfamilienhaus in Furth bewegt sich der Aufwand für die Baugrunderkundung und die darauf aufbauende Bemessung der Bodenplatte zwischen €1.050 und €3.920. Der genaue Betrag hängt von der geforderten Erkundungstiefe, der Anzahl der Aufschlusspunkte und dem Umfang der Labortests ab, die wegen der wechselhaften Lösslehmböden nötig sind.

Muss man den anstehenden Lösslehm in Furth für die Bodenplatte austauschen?

Nicht pauschal. Ein steifer Lösslehm mit einer Konsistenzzahl über 0.75 kann oft direkt überbaut werden, wenn die Platte bewehrt ist und der Feuchtehaushalt konstant bleibt. Einen Bodenaustausch planen wir meist nur dort, wo Auffüllungen oder aufgeweichter Lehm in den oberen 80 Zentimetern anstehen.

Welche Normen gelten für die Bemessung der Bodenplatte?

Die Bemessung folgt dem Eurocode 7 (EN 1997-1) mit dem deutschen nationalen Anhang. Für die Setzungsberechnung ziehen wir die DIN 4019 heran, und die Sicherheitsnachweise des Baugrunds werden nach DIN 1054 geführt. Unser geotechnisches Labor ist zudem nach ISO 17025 akkreditiert.

Wie wird der Bettungsmodul für die Bodenplatte ermittelt?

Wir leiten den Bettungsmodul aus dem Steifemodul ab, das wir über Drucksondierungen (CPT) und Laborversuche an ungestörten Proben bestimmen. Für weichen Lösslehm rechnen wir das Modul dann auf die Plattengeometrie um, sodass der Tragwerksplaner wirklichkeitsnahe Schnittgrössen für die Bewehrung erhält.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Furth und seinem Großraum.

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